23.05.2019

Ist Nachgeben eine Schwäche?

Oder vielleicht eine Stärke? Und was hat Nachgeben können mit Fehler machen oder Scheitern zu tun? Das aktuelle Drama in London zeigt uns, wohin es führen kann, wenn Menschen in Machtpositionen sich selbst nicht mehr hinterfragen, den Blick für das Mögliche und im Gesamtwohl Sinnvolle verlieren und die Aufgabe einer Position mit Scheitern assoziieren – anstatt das Erreichen gemeinsamer Ziele als Gewinn zu betrachten.

Die Beantwortung der Frage, wann Nachgeben eine Stärke oder eine Schwäche ist, ist ein schmaler Grat. Denn natürlich ist es erforderlich, dass wir in bestimmten Situationen für unsere Ziele, für unsere Wünsche, für unsere Werte einstehen, diese verteidigen und im Zweifelsfall nicht nachgeben – vor allem dann, wenn sie unsere Integrität und unseren Selbstwert betreffen. Andererseits erlebt jeder von uns Situationen, in denen wir merken, dass es sinnvoll ist – vielleicht auch vorrübergehend – nachzugeben, um Zeit zu gewinnen, um eine Entspannung herbeizuführen, um eine emotionale Beruhigung zu ermöglichen. Um dann unter neuen Voraussetzungen ein bestimmtes Thema oder eine Auseinandersetzung wieder aufzugreifen.

Den Wendepunkt erkennen
Nicht immer sind solche Entscheidungen so dramatisch weitreichend und tiefgreifend wie derzeit in England. Aber auch als Unternehmer, vor allem als Unternehmer mit einer Scheitererfahrung, muss ich ganz persönlich erkennen, dass es Situationen gab, in denen ich zu lange an einer eigenen Position, an einer eigenen Rolle, an einer eigenen Vorstellung der Welt festgehalten habe. Wo es sinnvoll gewesen wäre, eine neue Perspektive und vielleicht sogar einen neuen Akteur einzubeziehen. Jemand, der für eine bestimmte Situation die besseren Fähigkeiten, die besseren Erfahrungen und Kompetenzen gehabt hätte. Diesen Wendepunkt zu erkennen, von der eigenen Kompetenz zur Überforderung, ist eine sehr schwierige Aufgabe und bedarf viel Lebens- und Lernerfahrung. Um sich selbst, aber auch die Situation richtig einschätzen zu können.

Muster und Rollenverständnis überdenken
Jeder von uns hat eine Vorstellung von sich selbst, sieht sich in bestimmten Rollen – des Unternehmers, der Sekretärin, des Außendienstlers oder Controllers – und versucht sich nach seinem Rollenverständnis zu bewegen und zu verhalten. Finden nun Veränderungen statt – etwa durch zusammenbrechende Märkte, Preisverfall, regulatorische Vorschriften bei unerwarteten, disruptiven Wettbewerbern – dann zwingt uns dies, unser Verhalten an die Wirklichkeit anzupassen. Gleichzeitig löst die Veränderung, vor allem wenn sie eine Bedrohung darstellt für den eigenen Arbeitsplatz, die Sicherheit des Unternehmens, das eigene Lebensmodell, Ängste und Stress aus. Unter Stress neigen wir dazu, auf bewährte Handlungsmuster, Gewohnheiten, Routinen und Erfahrungen zurückzugreifen. Ein Gesamtmuster, das sich im Laufe der Evolution bewährt hat, wenn es darum ging, die eigenen Ressourcen auf Wettkampf oder Flucht auszurichten.

Zwar sind die meisten Bedrohungen heute nicht mehr lebensgefährlich, jedoch sind es Bedrohungen unserer Identität und unseres Konsistenzgefühls. Hinzu kommt, dass wir insbesondere in Deutschland in einem Umfeld leben, das Fehler, Irrtümer oder auch Scheitern nicht honoriert, sondern als persönliche Schwäche und zum Teil als Inkompetenz auslegt. Dies trägt wiederum dazu bei, dass wir uns an unseren Verhaltensmustern und unseren Rollen verstärkt festhalten.

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit leben
Wir können heute anhand der Situation und der Umstände Englands beobachten, was passiert, wenn Politiker sich stark in eigene Positionen verbissen haben, wenn Parteien Positionen verteidigen und jegliche Form an Flexibilität und Anpassungsfähigkeit verlieren. Das Gleiche kann jedem von uns passieren, wenn der Blick für das Sinnvolle und die mentale Flexibilität für Anpassungen verlorengehen. In einer Kultur, in der es honoriert wird, dass Positionen aus besserer Erkenntnis aufgegeben oder zumindest temporär in andere Hände gelegt werden, werden ganz andere Erfolge möglich.

Von Bertolt Brecht kommt das Zitat: „Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war.“ Um zugeben zu können, dass A falsch war, muss es aber einen gesichtswahrenden Ausweg geben. Und dann ist ein Nachgeben eine Stärke – und auch ein Gewinn.

Mehr zum Thema „Verrannt und festgefahren: Ist Nachgeben eine Schwäche?“ gibt es in dem gleichnamigen Tagesgespräch des Bayrischen Rundfunks. Ab Minute 15:12 durfte ich meinen Teil dazu beitragen:
https://www.br.de/mediathek/podcast/tagesgespraech/verrannt-und-festgefahren-ist-nachgeben-eine-schwaeche/1561675

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Du hast es geschafft, die Menschen anzusprechen. Die Gruppe ist sehr heterogen und eine Gemeinsamkeit deshalb auch nicht leicht herzustellen. Durch die Erklärung von theoretischen Modellen zu (unterschiedlichen) Verhalten (auch in Change-Prozessen) fühlten sich alle angesprochen, ohne dass hier belehrend vorgegangen wurde. Dadurch konnten die Teilnehmer die Inhalte sehr gut annehmen. Die gemeinsame Basis für das weitere Vorgehen wurde gelegt.

Ingrid Blumenthal, Managing Director ALIUD PHARMA® GmbH, Vice President Generics Germany

Ich habe mich sehr lange mit dem Gedanken herumgetragen, einen Berater zu engagieren. Die Kosten waren das eine – aber die Befürchtung, mal wieder einen Berater zu bekommen, der nach „Schema-F“ unserem Unternehmen seinen Stempel aufdrücken möchte, das andere. Mit Herrn Overlack haben wir jedoch einen Berater gefunden, auf den DAS alles nicht zutrifft. Herr Overlack hört zu, erarbeitet mit allen am Prozess beteiligten Person eine individuelle auf das Unternehmen und ja, sogar auf die Person abgestimmte Vorgehensweise und Strategie. Zusammengefasst: Perfekt!!!

Stephan Romeike

Durch seine sehr angenehme und zielgerichtete Gesprächsführung konnten wir ein stimmiges Geschäftsmodell erarbeiten, strategische Ziele festlegen und mit der Maßnahmenplanung starten. Besonders erwähnen möchte ich, dass jeder Tag und alle zwischenzeitlichen Arbeiten sehr persönlich vorbereitet und durchgeführt wurden. Hierdurch und durch seine Art, sich einzubringen, entstand in kurzer Zeit eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Herangehensweise war sehr effizient und ich bin mit den Ergebnissen hochzufrieden. Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit.

Max Schreier, Generalbevollmächtigter der ABF Apothekerin Eva Schreier e.K.

Sie haben für unser Unternehmen in professioneller Abwicklung das Projekt »Markteintrittsbewertung Nigeria« stets zu unserer vollsten Zufriedenheit ausgeführt.

Rehau AG & Co.

Dann noch ein kurzes Feedback zu dem heutigen Tag! Ich fand das richtig gut heute. Es war super, mal ein Feedback von allen Kollegen zu bekommen und auch ein Feedback weiter zu geben.

DTB Dachtechnik Briel GmbH & Co. KG

Erst mal ein herzliches Dankeschön an Sie für die tolle Leitung des Workshops. Ich hatte den Eindruck, dass Sie uns erreicht haben, es war nie langweilig und es waren wirklich einige gute Ideen dabei. Bin sehr gespannt, wie das in den nächsten Wochen läuft und ob alle Kollegen die »Übungen« auch ausprobieren.

DTB Dachtechnik Briel GmbH & Co. KG

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